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Chatbots und künstliche Intelligenz in Personalmanagement und Recruiting

KI-Lösungen und Chatbots im Bewerbungsprozess des 21. Jahrhunderts
Ein Gastbeitrag von Gaby K. Slezák

 

Die Digitalisierung und Globalisierung hat zu einem fundamentalen Wandel in der Arbeitswelt geführt, den man bereits weltweit beobachten kann. Deutschland muss hier allerdings auch über den nationalen Tellerrand schauen, um nicht im Kampf um Talente zu verlieren.

Unternehmen stellen sich momentan auf komplett neue Berufsfelder ein, wie zum Beispiel Big Data Scientists, Conversational Designer und KI-Ethik Spezialisten.

Chatbots, Sprachassistenten und andere dialogbasierte KI-Systeme verändern gerade in allen Bereichen unsere Art, mit Informationen umzugehen und werden in HR-Abteilungen und in der Personalentwicklung eine bedeutende Rolle spielen.

Chatbots schlafen nie und können Tausende Anfragen gleichzeitig bearbeiten. Baby Boomer erwarten sogar noch mehr als Millennials, dass die Unternehmen 24 Stunden am Tag online zur Verfügung stehen und stellen hohe Ansprüche an den automatisierten Kundenservice. Fragen rund um das Unternehmen oder zum Bewerbungsablauf kann ein Chatbot, der niemals müde, ungeduldig oder krank wird, auf Ihrer Website mühelos beantworten.

KI, künstliche Intelligenz, steckt heutzutage hinter jedem guten Chatbot, der Fragen in Form von natürlicher Sprache versteht und beantwortet. Das funktioniert mit geschriebenem Text als auch über Spracherkennung. Doch das ist noch nicht alles: Maschinelles Lernen, ein Teilgebiet der KI, steckt hinter vielen der Funktionen, die ich in diesem Beitrag vorstelle.

 

Chatbots im Recruiting – Zukunftsmusik oder Realität?

 

Chatbots und KI-unterstützte Services sind auch in DACH bereits heute aktiv im Bewerbungsprozess, zum Beispiel KATY, der Karriere-Bot von T-Systems (1) oder Jobpal bei hub:raum, auch wenn diese eher primitiv daherkommen. Etwas ausgefeiltere Bots entwickelt Mya.com, dieses Unternehmen hat sich auf Recruiting-Bots spezialisiert.

Der Einstieg ist auch bei uns in den deutschsprachigen Ländern bereits gemacht: Der Bewerbungsprozess ist in vielen Branchen bereits weitgehend digitalisiert; die Bewerber sind es gewohnt, Fragen in Bewerbungsportalen online zu beantworten und sämtliche Dokumente hochzuladen. Wenn sich eine Firma als innovativ positioniert und die besten Talente erreichen will, darf sie die Bewerber allerdings nicht mehr mit einem fünfseitigen Formular abschrecken. 87% aller Bewerber empfinden diese Art der Technologisierung des Bewerbungsprozesses als unpersönlich (2).

Die bessere Option: Ein freundlicher, nimmermüder Karriere-Assistent auf der Website und im Facebook Messenger holt die Kandidaten dort ab, wo die Fragen entstehen – und das in beide Richtungen.

 

KI-gesteuerte Chatbots nehmen Recruitern die langweiligste Arbeit ab

 

Für HR-Manager und Personalvermittler sind KI-gesteuerte Bots ein Geschenk des Himmels: der virtuelle Recruiting-Assistent, der auf der Website oder im Facebook Messenger „lebt“, kümmert sich um die repetitiven und langweiligsten Bereiche des Jobs, wie z.B. das Screening von Bewerbern und die Planung von Interviews. Dies wird herkömmlich mithilfe von endlosen Fragebögen versucht abzuwickeln, aber 74% aller Bewerber (2) brechen mitten im Bewerbungsprozess ab – wahrscheinlich genau die Talente, die Sie sich wünschen!

Ein freundlicher, rund um die Uhr verfügbarer Karriere-Bot dagegen macht auch den Bewerbern Spaß und beantwortet die (immer gleichen) Fragen geduldig Tag & Nacht. Dadurch konnten schon Abschlussraten von 93% erreicht werden.

Auch die Terminvereinbarung für ein erstes Interview kann der Bot übernehmen, wenn der Bewerber geeignet scheint. Eine solche Terminvereinbarung habe ich z.B. bei der Realisierung einer virtuellen Zahnarztassistentin umgesetzt, die nach kurzer Abfrage der bevorzugten Wochentage und Tageszeiten eine entsprechende E-Mail an das Praxisteam sendete – inklusive sämtlicher sonstiger erhobener Daten und individueller Fragen des Patienten natürlich. Durch die Anbindung des Bots an den unternehmenseigenen Kalender kann die Terminvereinbarung sogar komplett automatisiert werden und spart wertvolle Arbeitszeit.

Diese KI-unterstützten Bots können XING- und LinkedIn-Profile sowie Lebensläufe nicht nur auslesen, sondern daraufhin im Dialog mit dem Bewerber gezielte Fragen zu Lücken und Skills stellen. Also eine klassische, jedoch sehr repetitive Recruiter-Tätigkeit, die nun automatisch im Vorfeld erledigt wird. Dadurch sparen Sie knapp 80% an Zeit vom Erstkontakt bis zum Bewerbungsgespräch. Das ist keine Science-Fiction mehr: So ein Dialog kann textbasiert oder mit Spracherkennung und Sprachausgabe passieren – so wie Sie es von Siri, Alexa oder Ihrem Google Assistant her kennen.

Plattformen für das Design und die Implementation von solchen KI-unterstützten Chatbots, die sich in natürlicher Sprache mit Menschen unterhalten können, gibt es inzwischen im Überfluss und für jedes Produktionsbudget ist etwas dabei. Die besten Plattformen bieten auch die Anbindung an Ihr CRM, LMS oder internes HR-System sowie eine nahtlose Integration in die bestehenden Arbeitsprozesse an.

 

Chatbots sind nur der Anfang

 

Internet Giganten Apple, Facebook und Google, aber auch Unilever oder Goldman Sachs gehen noch einen Schritt weiter und lassen sogar das Bewerbungsgespräch komplett alleine von einer KI-gestützten Software per Videokonferenz mit den Kandidaten durchführen. Nicht immer zur Begeisterung der Bewerber. Doch ist Thema eines anderen Artikels.

 

 

Über Gaby K. Slezák:

Ich berate Unternehmen im Bereich neue Technologien und begleite sie bei der Implementierung von freundlichen, KI-gesteuerten Chatbots bis hin zu empathischen, sprechenden virtuellen Tutoren in AR/VR. Mein Spezialgebiet ist der Bereich Lernen und Zusammenarbeit in virtuellen Teams.
Als Mitglied der globalen Organisation Women in AI engagiere ich mich für mehr Diversity und Frauen in KI-Berufen, damit die Chatbots der Zukunft unabhängig von den Internet Giganten trainiert werden können.
Ich habe das New Media-Geschäft in Deutschland mit innovativen, preisgekrönten Konzepten und Lösungen für internationale StartUps und Firmenkunden geprägt. Meinen ersten Chatbot setzte ich bereits 1995 in einem virtuellen Chatroom ein, bevor es den Begriff überhaupt gab.

Kontakt: gaby@yourvirtualtrainer.net
https://www.linkedin.com/in/virtualtrainer
www.yourvirtualtrainer.net

 

 

(1) KATY der Karriere-Bot von T-Systems
https://www.t-systems.com/de/de/karriere/willkommen-bei-t-systems/karriere-126456

(2) 74% Abbruchrate im Bewerbungsprozess
http://blog.smashfly.com/2016/03/23/how-to-generate-more-conversions-from-career-sites/

3) Technologisierung des Bewerbungsprozesses: https://markets.businessinsider.com/news/stocks/an-over-automated-recruitment-process-leaves-candidates-frustrated-and-missing-personal-connections-finds-randstad-us-study-1002230270

Gartner: Chatbot-Nutzung bis 2020
https://www.inc.com/rebecca-hinds/by-2020-youre-more-likely-to-have-a-conversation-with-this-than-with-your-spouse.html